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Christliche Wirklichkeit

Hieronymus' Vorwort zu Judit zeigt, wie er die Übersetzung des Buches und seinen Platz unter den Heiligen Schriften im Licht des Konzils von Nizäa begründete.

So schrieb der berühmte Theologe und Gelehrte, der heilige Hieronymus, über die Kanonizität des Buches Judit. Alle Hervorhebungen stammen vom Verfasser.

Hieronymus, Vorwort zu Judit (2006)

Englische Übersetzung: Kevin P. Edgecomb

Beginn des Vorworts zu Judit

Bei den Hebräern findet sich das Buch Judit unter den Hagiographen, deren Autorität als weniger geeignet gilt, um das zu bekräftigen, was zum Gegenstand des Streits geworden ist. Da es jedoch in chaldäischen Worten geschrieben ist, wird es zu den Geschichtsbüchern gezählt. Weil aber das Konzil von Nizäa festgestellt hat, dass dieses Buch zu den Heiligen Schriften zählt, habe ich eurer Bitte, eigentlich eurer Forderung, zugestimmt und, die Geschäfte beiseitelassend, von denen ich mit Gewalt losgerissen wurde, diesem Buch die Mühe einer kurzen Nacht gewidmet, wobei ich mehr Sinn für Sinn als Wort für Wort übersetzte. Die äußerst verderbte Vielfalt der vielen Abschriften habe ich beseitigt; auf Lateinisch habe ich nur das ausgedrückt, was ich in den chaldäischen Worten bei erhaltenem Sinn finden konnte.

Nehmt die Witwe Judit als Beispiel der Reinheit an und erklärt sie mit immerwährendem Lob der Siegesehre würdig. Denn der Belohner ihrer Reinheit hat dieser Frau, die nicht nur den Frauen, sondern auch den Männern ein Vorbild ist, solche Kraft gegeben, dass sie den besiegte, den kein Mann besiegen konnte, und den Unbezwingbaren übertraf.

Ende des Vorworts

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